Westernreiten ist im Wilden Westen entstanden. Die Cowboys trieben hoch zu Pferde Rinder über die weite Landschaft des riesigen Kontinents. Die Art von Arbeit existiert noch immer. Auf Ranches im Herzen Amerikas wird nach wie vor das Pferd als Transportmittel für die Rancher eingesetzt. Noch heute werden die Herden durch die Hilfe von Pferden zusammengetrieben. Das Bild des Cowboys ist also kein Mythos.

Leben unter freien Himmel

Die Arbeit eines Cowboys war kein Zuckerschlecken. All die Arbeit fand im Freien statt, meist 10 Stunden und mehr saß der Viehirte im Sattel. Aus diesem Grund wurde der Sattel breiter gefertigt als es zum Beispiel im Reitsport üblich war.

Essen, Trinken und Schlafen musste der Cowboy draußen. Eine Herausforderung bildeten auch die hygienischen Bedingungen. Doch nicht nur die Arbeitsbedingungen waren hart, hinzu kamen noch unvorhersehbare Gefahren durch Diebe, Indianer und korrupte Landbesitzer, die hohe Zölle forderten. Es gab die sogenannten “Weidekriege” zwischen Landbesitzern, welche in Schießereien endeten, in die auch Cowboys verwickelt wurden.

Die Aufgaben eines Cowboys waren sehr vielfältig: Neben dem Viehtreiben gehörten auch das Markieren der Rinder mit Brandzeichen und die gesundheitliche Pflege der Tiere zu seinem Aufgabenbereich.

Wenn die Rinder zum Schlachthof oder auf Verladebahnhöfe sollten, begaben sie sich mit den Cowboys auf sogenannte Trails, auf Deutsch Wanderritte. Diese Routen waren oft sehr lang und zehrten an den Kräften der Tiere und der Menschen. Wurde ein Trail erfolgreich beendet, bekamen die Cowboys ihren Lohn ausgezahlt, was sie nach wochenlangen Entbehrungen ordentlich zu feiern wussten. Die Kleidung, welche oftmals über Wochen nicht gewechselt wurde, konnte endlich gereinigt werden. Die Saloons und Bordelle wurden von den Cowboys gut besucht.

Arbeit auf der Ranch

Doch nicht alle Cowboys waren auf Trails unterwegs. Viele verrichteten ihr Tagewerk auf Ranches. Das ist heute noch üblich. Dort sind die Aufgabengebiete weit gefächert. Abgesehen von der Vieharbeit, ist die Instandhaltung der Ranch ein wichtiger Teil der Arbeit. So gehört zum Beispiel das Ausbessern eines Zaunes genauso zu den Aufgaben eines Cowboys, wie das Wechseln der Hufeisen.

Die Westernpferde spielen eine wichtige Rolle in der Rancharbeit. Die Pferde sind sehr schnell und gut ausgebildet. Durch kurze Impulsbefehle sind sie in der Lage schnell zu reagieren. Flinke Manöver und plötzliche Stopps sind kein Problem. Zudem haben die Pferde einen “Cow-Sense”, was den Pferden ermöglicht, nahezu selbstständig mit den Rindern zu arbeiten. Der Cowboy hält die Zügel in der linken Hand und hat die rechte frei, um Tore zu öffnen oder ein Kalb mit dem Lasso zu fangen.