Westerreiten hat sich mittlerweile zu einem Pferdesport entwickelt. Was früher auf dem amerikanischen Kontinent lebensnotwendig war, ist heute ein beliebtes Hobby auf der ganzen Welt. Regelmäßig finden Turniere und Wettkämpfe im Westernreiten statt. Dort messen sich Western-Enthusiasten in verschiedenen Disziplinen miteinander. Einige davon werden hier kurz vorgestellt.

Reining

In Europa ist dies die beliebteste Disziplin des Westernreitens. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort Rein ab, welches übersetzt “Zügel” bedeutet. In Fachkreisen wird diese Disziplin auch Dressur des Westernreitens genannt. Ein Pattern, also eine vorgeschriebene Aufgabe, wird auswendig nachgeritten. Dabei sind Präzision und die exakte Umsetzung das Wichtigste. Diese Disziplin wird im Galopp bestritten, wobei Tempowechsel, Spins und Stops ausgeübt werden. Um die Aufgaben richtig auszuführen, ist spezielle Ausrüstung von Nöten. Die Pferde tragen bestimmte Hufeisen, Sliding-Eisen. Es muss ein spezieller Boden vorhanden sein, harter Grund mit Sandauflage, welche beim Sliding Stop nach vorne geschoben wird. Der Sliding-Stop sieht spektakulär aus. Es wird Tempo aufgebaut und das Pferd abrupt zum Stehen gebracht. Während sich das Pferd auf die Hinterbeine setzt, bewegt es seine Vorderbeine noch weiter, bis es endgültig zum Stehen kommt.

In den USA ist das Freestyle Reining äußerst beliebt. Hierbei wählt der Teilnehmer die Musik aus und übt eine Choreographie ein. Sein eigenes Pattern sollte er auf die Musik abgestimmt darbieten. Passende Kostüme sorgen häufig für Staunen und Jubelrufe im Publikum.

Trail

Was früher der Wanderritt war, ist heute eine Geschicklichkeitsprüfung im Westernreiten. Das Pferd und der Reiter absolvieren einen Hindernisparcours. Mögliche Hindernisse sind Brücken, Stangen und Tore. Das Tor muss zum ohne Absteigen geöffnet werden. Manche Hindernisse müssen rückwärts durchritten werden. In dieser Disziplin ist Ruhe und Gelassenheit des Pferdes, aber auch Präzision bei der Ausführung gefragt. Das Pferd erledigt die Aufgaben selbstständig und geschmeidig, ohne dass der Reiter zu sehr auf das Pferd einwirkt. Gleichzeitig sollte das Pferd sich subtil vom Reiter steuern lassen.

Cutting

In dieser Disziplin wird mit Rindern gearbeitet. Hier geht es darum ein Rind innerhalb von zweieinhalb Minuten von seiner Herde abzuspalten. Der Reiter sucht ein Rind aus und die restliche Arbeit erledigt das Pferd. Bestimmte Pferderassen haben einen “Cow-Sense”. Sie folgen den Bewegungen des Rindes und Verhindern dadurch, dass es seinem Herdendrang folgt und sich wieder zu seinen Artgenossen eingliedert. Diese Eigenschaft ist essenziell für die Arbeit auf der Ranch. Jeder Teilnehmer startet mit 70 Punkten. Im Laufe der Aufgabe kann er Punkte dazugewinnen oder welche verlieren. Bewertet wird nicht nur das Cutting selbst, sondern auch die Herdenarbeit. In den USA können bei diesen Turnieren horrende Summen gewonnen werden. Das macht den Sport zum dritthöchst dotierten Sport der Welt, nach Tennis und Golf.

Western Pleasure

Western Pleasure wird in Gruppen ausgeführt. Die Aufgaben beinhalten die Präsentierung der drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp, welche im Western die Bezeichnungen Walk, Jog und Lops haben, und gegebenenfalls der rückwärtige Gang. In erster Linie soll diese Aufführung Spaß machen, worauf die Bezeichnung schließen lässt. Die Vorgaben des Richters müssen exakt und fließend ausgeführt werden. Für den Zuschauer wirkt alles sehr einfach, doch die Aufgabenstellung verlang dem Pferd und Reiter viel Konzentration ab.